Lieder

Dieser Jodler wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aufgeschrieben und soll laut Übelieferung vom Saàsnschmied Simal stammen.

 

Der Sainihånser Klôutznfopper

Ein beliebtes Scherzlied am Anfang des 20. Jahrhunderts war der "Sainihånser Klôutznfopper." Darin kommt der den St. Johannern nachgesagte Charakterzug des ausgeprägten Selbstbewusstseins und großspurigen Übertreibens so richtig zur Geltung. Auf Grund dieses Charakterzuges wurden die St. Johanner von den Bewohnern der umliegenden Orte auch als "Kréébeidl" (Krenbeutel - also Aufschneider) bezeichnet.

Z'Sainihåns dô is lustig, jå lustig vastehst.
A nan so lustign Nest bin i mei Lebtôg nia gwest.
Bin a lustiga Bua, mia geht's ôiwei recht guat
hù saggrisch vui Schneid und a Göid ôiwei gnuag.

Iatz hun i ma låssn a Truchn frimma.
I kù hôit mei Göid nimma untabringa
Es is åwa dè Truchn vun Gwånd scho sovi voi
drum bring i mei Göid nimma eichè, woaßt woih.

Und z'Weihnåchtn, dô is' bei mir völlig aus.
Dô bringans ma 's Klôutznbrôut zuacha zun Haus.
Sé bittn und beedlnd und hôitn mi ù:
"Geh nimm ma decht hoia an Klôuznscheaschz ù."

Wôs soid i dô måchn, wôs soid i dô sôgn?
Iatz muaß i 's hôit néhma, weck toan sè 's nit trôgn.
Åft hun i dè béssan a d'Réhm aussè gloàt
und dè ånan séggs Klåfta ums Haus umma zoàt.

An Kischtôg dô geht's ma mitn Bischn a so.
Dô kimmb nit kôt oanè, kôt oanè a zwôu.
Dô bring ma's a niadè an Buschn hervühr
und i gib's da Sénnin fi insrè Kiah.

Es is scho dés ôiagreßt Kreiz auf da Wöit,
dass i so vui Schneid hù und a so vui Göid.
Ôa Kreiz und ôa Lôad muaß a jeda Ménsch hôm,
åwa da Himmè bleibb offn, Leit, dés woaß i ênk z' sôgn.

Übersetzung und Erklärung:
In St. Johann in Tirol ist es lustig, verstehst Du, in so einem lustigen Nest war ich noch nie. ich bin ein fröhlicher Junge, mir gehts immer recht gut, ich habe unglaublich viel Mut und auch immer genug Geld.

Jetzt habe ich mir eine Truhe einreden lassen, weil ich mein Geld nicht mehr unterbringen kann. Da die Truhe aber mit meiner Kleidung schon so voll ist, kann ich mein Geld darin nicht mehr unterbringen.

Und zu Weihnachten ist es bei mir völlig aus, da bringen mir die Mädchen die Anschnitte ihres Weihnachtsbrotes nach Haus. Sie bitten und betteln, dass ich sie annehme. - Das hat mit dem Brauch zu tun, dass die Mädchen zu Weihnachten ihrem Angebeteten den Anschnitt ihres Weihnachtsbrotes schenkten. Der Beschenkte wusste dadurch, dass ihn das Mädchen auserkoren hatte.

Was soll ich da machen, was soll ich da sagen, ich muss sie annehmen, weil sie es nicht mehr wegtragen. So habe ich die besseren Stücke in die Tenne gelegt und die anderen sechs Klafter ums Haus herum geschlichtet. - Ein Klafter entspricht ca. 3,3 Kubikmeter.

Am Kirchtag geht es mir mit den Blumensträußen so. Da kommt nicht nur eine oder zwei. Da bringt mir eine jede einen Blumenstrauß daher und ich gebe sie der Sennerin für unsere Kühe. - Das hat mit dem Brauch zu tun, dass sich Verliebte Blumen schenken.

Es ist schon das größte Kreuz auf dieser Welt, dass ich so viel Mut habe und auch so viel Geld. Ein Kreuz und ein Leiden muss jeder Mensch haben. Aber der Himmel bleibt offen Leute, das muss ich euch schon sagen.

Gstanzlstrophen


Heìt kémans wieda ôi daher, dè Reichn und dè Raarn,
Schliidn håmbs bei eàh und aa dè Kaarn.
Übersetzung: Heute kommen sie wieder alle daher, die Reichen und die Seltenen. Schlitten haben sie mit und auch Karren.
Erklärung: Der Fieberbrunner Heimatdichter Dandler sang diese Strophe über die St. Johanner. Die Schlitten sind Symbol für die wohlhabenden Bauern. Die Karren deuten auf die Volksgruppe der Karner hin. Das waren im Land umherziehenden Familien, die nichts besaßen außer einen Karren.

Lustig is' gwesn und gsunga håmbs nett.
Bruggnschmied Michei und Baschtlbäck Wett.

Übersetzung: Lustig war es und sie haben nett gesungen, der Brückenschmied Michael und die Barbara vom Bartlbäck.
Erklärung: Die Brückenschmiede war bei der Kreuzung Kaiserstraße/Schmiedweg. Der Hof Bartlbäck liegt am vorderen Hinterkaiserweg. Der Schmied Michael Eppensteiner und die Bäuerin Barbara Schroll waren Anfang des 20. Jahrhunderts beliebte Volkssänger.

Da Staudinger hôt d’Grind vakafft und die Kiah a,
iatz kimb da Bischof drù – Halleluja.
Übersetzung: Der Bauer beim Staudinger hat die Grundstücke und die Kühe verkauft, jetzt kommt der Bischof dran – Halleluja.
Erklärung: Die alte Bäuerin beim Hof Staudinger (heute Hotel St. Johanner Hof) stand bei den Zeugen Jehovas im Rang eines Bischofs.

Und du bist da Kråtzabéck,
hôst koan Wôid åwa vui Stéck.
Zôihst koanè Steian, kôan Zins,
passatst guat auffa zu ins.
Übersetzung: und du bist der Kratzerbäck, hast keinen Wald aber viele Baumstümpfe. Zahlst keine Steuern und auch keinen Zins, würdest gut zu uns herauf passen.
Erklärung: In Kitzbühel sang einer diese Strophe über den Bauern beim Kratzerbäck. In Kratzerbäck-Haus befindet sich heute die Sparkasse St. Johann.

Z‘ Rueppn is s‘ Zuchthaus, z’Foidler s‘ Spitôi
und z‘ Låckn, jå dô sénd d‘ Betschwéstern ôi.

Übersetzung: Im Hof Rueppen ist das Zuchthaus, im Hof Foidlern das Spital und im Hof Lacken sind die Betschwestern zu Hause.
Erklärung: Diese Strophe über die Einwohner des Weilers Apfeldorf wurde um 1900 gesungen und spielte wohl auf aktuelle Ereignisse an.

Bein Kruma is heìt Profit iwa bliem,
bein Noiwiascht hôt er’s gsuffn und beim Dårfwiascht hôt as gspiem.

Übersetzung: Der Krämer hat heute Profit gemacht, beim Neuwirt hat er es versoffen und beim Dorfwirt hat er sich dann übergeben.
Erklärung: Diese Strophe sang der Saàsnschmied Simal um 1900 über den Oberndorfer Krämer.

Z’Going a da Prama, an Rettnbôch und z’Litzlföin
gehnd d‘ Weiwaleit beedln und d’Manaleit stöin.
Übersetzung: In Going in Prama, in Rettenbach und in Litzelfelden gehen die Frauen Betteln und die Männer stehlen.
Erklärung: Diese Strophe stammt aus der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, als das Kupferbergwerk am Rerobichl bei Oberndorf geschlossen wurde. Die dadurch verarmten Knappenfamilien wohnten in Going im Ortsteil Prama, im St. Johanner Weiler Rettenbach und im Kirchdorfer Weiler Litzelfelden, wo die Verhüttung des Erzes erfolgte.

A Sôiz, a Messa und an Strick an långa,
dés brauchnd d‘ Goinger zun Schafè fånga.
Übersetzung: Salz, ein Messer und einen langen Strick brauchen die Goinger zum Einfangen der Schafe.
Erklärung: Durch die Schließung des Kupferbergwerks am Rerobichl Ende des 18. Jahrhunderts verarmten die Knappenfamilien, von denen sehr viele in Going wohnten. Manchmal mussten diese auf illegalem Weg Nahrung beschaffen.

Heit fôhr ma a d’Öima,
wôs ma z’wénk håmb, dés stöihma,
åwa z’Going stöihma nix,
dia stöihnd söiwa wia d’Fichs.
Überstzung: Heute fahren wir nach Ellmau, was wir zu wenig haben stehlen wir, aber in Going stehlen wir nichts, die stehlen selber wie die Füchse.
Erklärung: Einige St. Johanner Burschen sangen diese Strophe in den 1920er Jahren beim Stanglwirt in Going und wurden danach entsprechend verprügelt. Aus den weiter oben genannten Gründen gab es in Going viele verarmte Bergknappenfamilien, die manchmal stehlen mussten, um zu überleben. So entstand das Klischee in den Nachbarorten, alle Goinger würden stehlen.

Da Goinger Vikari, jå wénn er’s nit loigg,
hôt 800 Beichtleit und 900 Doibb.
Übersetzung: Der Vikar von Going, wenn er nicht lügt, hat 800 Beichtgänger und 900 Diebe.
Erklärung: Siehe oben.

Z‘Going a da Prama hôms an Hôôgmôar an noin,
und wénn’s drei Tôg schéé Weda waà, fraßnd ‘n d’Floign.
Übersetzung: In Going im Weiler Prama gibt es einen neuen Ranggl-Meister, und wenn es drei Tage lang schönes Wetter gäbe, würden ihn die Fliegen fressen.
Erklärung: Der Hôôgmôar ist der Sieger beim Volkssport Ranggln, das dem Ringkampf ähnlich ist.

Z’Jochberg dè Sémmin, z’Sainihåns is‘ da Kréé,
z’Aurach dè Dôchriin, Bua dés muaßt vastéh.

Übersetzung: In Jochberg die Semmeln, in St. Johann ist es der Kren, in Aurach die Dachrinne, Junge das musst Du erstmal verstehen.
Erklärung: Die Jochberger haben seit alters her den Ruf, dass sie sehr viel Brot, vor allem Semmeln essen, die St. Johanner werden in den umliegenden Orten als Kréébeidl (Krenbeutel) bezeichnet – als Synonym für die den St. Johannern nachgesagte großspurige und protzige Art, und in Aurach machte einer beim Dorffest folgenden Jux: Gegen Entgelt konnte man die drei schönsten Auracherinnen besichtigen. Hinter einem Vorhang befanden sich aber keine Schönheiten sondern nur drei Dachrinnen.

Kischdårf is a Dreckdårf und weascht nit ånascht gnénnt,
und wea’s ånascht nénnt, weascht a dè Drecklåck eichè krénnt.

Übersetzung: Kirchdorf ist ein Dreckdorf und wird nicht anders genannt, und wer es anders nennt, wird in die Dreckpfütze gestoßen.
Erklärung: Diese Strophe über Kirchdorf spielt drauf an, dass der Ort früher mehrmals im Jahr von Überschwemmungen heimgesucht wurde, wobei auch oft Schlamm im Dorf und auf den Feldern liegen blieb.

Die hier angeführten Texte dienen lediglich der Dokumentation historischer Volkskultur und stellen nicht die Meinung des Museums- und Kulturvereins St. Johann in Tirol dar. Es liegt uns fern, Gefühle von Menschen zu verletzen, die sich mit den genannten Orten identifizieren.

Die Merkmale des Sainihånserischen

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

Lieder

Dieser Jodler wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aufgeschrieben und soll laut Übelieferung vom Saàsnschmied Simal stammen.

 

Der Sainihånser Klôutznfopper

Ein beliebtes Scherzlied am Anfang des 20. Jahrhunderts war der "Sainihånser Klôutznfopper." Darin kommt der den St. Johannern nachgesagte Charakterzug des ausgeprägten Selbstbewusstseins und großspurigen Übertreibens so richtig zur Geltung. Auf Grund dieses Charakterzuges wurden die St. Johanner von den Bewohnern der umliegenden Orte auch als "Kréébeidl" (Krenbeutel - also Aufschneider) bezeichnet.

Z'Sainihåns dô is lustig, jå lustig vastehst.
A nan so lustign Nest bin i mei Lebtôg nia gwest.
Bin a lustiga Bua, mia geht's ôiwei recht guat
hù saggrisch vui Schneid und a Göid ôiwei gnuag.

Iatz hun i ma låssn a Truchn frimma.
I kù hôit mei Göid nimma untabringa
Es is åwa dè Truchn vun Gwånd scho sovi voi
drum bring i mei Göid nimma eichè, woaßt woih.

Und z'Weihnåchtn, dô is' bei mir völlig aus.
Dô bringans ma 's Klôutznbrôut zuacha zun Haus.
Sé bittn und beedlnd und hôitn mi ù:
"Geh nimm ma decht hoia an Klôuznscheaschz ù."

Wôs soid i dô måchn, wôs soid i dô sôgn?
Iatz muaß i 's hôit néhma, weck toan sè 's nit trôgn.
Åft hun i dè béssan a d'Réhm aussè gloàt
und dè ånan séggs Klåfta ums Haus umma zoàt.

An Kischtôg dô geht's ma mitn Bischn a so.
Dô kimmb nit kôt oanè, kôt oanè a zwôu.
Dô bring ma's a niadè an Buschn hervühr
und i gib's da Sénnin fi insrè Kiah.

Es is scho dés ôiagreßt Kreiz auf da Wöit,
dass i so vui Schneid hù und a so vui Göid.
Ôa Kreiz und ôa Lôad muaß a jeda Ménsch hôm,
åwa da Himmè bleibb offn, Leit, dés woaß i ênk z' sôgn.

Übersetzung und Erklärung:
In St. Johann in Tirol ist es lustig, verstehst Du, in so einem lustigen Nest war ich noch nie. ich bin ein fröhlicher Junge, mir gehts immer recht gut, ich habe unglaublich viel Mut und auch immer genug Geld.

Jetzt habe ich mir eine Truhe einreden lassen, weil ich mein Geld nicht mehr unterbringen kann. Da die Truhe aber mit meiner Kleidung schon so voll ist, kann ich mein Geld darin nicht mehr unterbringen.

Und zu Weihnachten ist es bei mir völlig aus, da bringen mir die Mädchen die Anschnitte ihres Weihnachtsbrotes nach Haus. Sie bitten und betteln, dass ich sie annehme. - Das hat mit dem Brauch zu tun, dass die Mädchen zu Weihnachten ihrem Angebeteten den Anschnitt ihres Weihnachtsbrotes schenkten. Der Beschenkte wusste dadurch, dass ihn das Mädchen auserkoren hatte.

Was soll ich da machen, was soll ich da sagen, ich muss sie annehmen, weil sie es nicht mehr wegtragen. So habe ich die besseren Stücke in die Tenne gelegt und die anderen sechs Klafter ums Haus herum geschlichtet. - Ein Klafter entspricht ca. 3,3 Kubikmeter.

Am Kirchtag geht es mir mit den Blumensträußen so. Da kommt nicht nur eine oder zwei. Da bringt mir eine jede einen Blumenstrauß daher und ich gebe sie der Sennerin für unsere Kühe. - Das hat mit dem Brauch zu tun, dass sich Verliebte Blumen schenken.

Es ist schon das größte Kreuz auf dieser Welt, dass ich so viel Mut habe und auch so viel Geld. Ein Kreuz und ein Leiden muss jeder Mensch haben. Aber der Himmel bleibt offen Leute, das muss ich euch schon sagen.

Gstanzlstrophen


Heìt kémans wieda ôi daher, dè Reichn und dè Raarn,
Schliidn håmbs bei eàh und aa dè Kaarn.
Übersetzung: Heute kommen sie wieder alle daher, die Reichen und die Seltenen. Schlitten haben sie mit und auch Karren.
Erklärung: Der Fieberbrunner Heimatdichter Dandler sang diese Strophe über die St. Johanner. Die Schlitten sind Symbol für die wohlhabenden Bauern. Die Karren deuten auf die Volksgruppe der Karner hin. Das waren im Land umherziehenden Familien, die nichts besaßen außer einen Karren.

Lustig is' gwesn und gsunga håmbs nett.
Bruggnschmied Michei und Baschtlbäck Wett.

Übersetzung: Lustig war es und sie haben nett gesungen, der Brückenschmied Michael und die Barbara vom Bartlbäck.
Erklärung: Die Brückenschmiede war bei der Kreuzung Kaiserstraße/Schmiedweg. Der Hof Bartlbäck liegt am vorderen Hinterkaiserweg. Der Schmied Michael Eppensteiner und die Bäuerin Barbara Schroll waren Anfang des 20. Jahrhunderts beliebte Volkssänger.

Da Staudinger hôt d’Grind vakafft und die Kiah a,
iatz kimb da Bischof drù – Halleluja.
Übersetzung: Der Bauer beim Staudinger hat die Grundstücke und die Kühe verkauft, jetzt kommt der Bischof dran – Halleluja.
Erklärung: Die alte Bäuerin beim Hof Staudinger (heute Hotel St. Johanner Hof) stand bei den Zeugen Jehovas im Rang eines Bischofs.

Und du bist da Kråtzabéck,
hôst koan Wôid åwa vui Stéck.
Zôihst koanè Steian, kôan Zins,
passatst guat auffa zu ins.
Übersetzung: und du bist der Kratzerbäck, hast keinen Wald aber viele Baumstümpfe. Zahlst keine Steuern und auch keinen Zins, würdest gut zu uns herauf passen.
Erklärung: In Kitzbühel sang einer diese Strophe über den Bauern beim Kratzerbäck. In Kratzerbäck-Haus befindet sich heute die Sparkasse St. Johann.

Z‘ Rueppn is s‘ Zuchthaus, z’Foidler s‘ Spitôi
und z‘ Låckn, jå dô sénd d‘ Betschwéstern ôi.

Übersetzung: Im Hof Rueppen ist das Zuchthaus, im Hof Foidlern das Spital und im Hof Lacken sind die Betschwestern zu Hause.
Erklärung: Diese Strophe über die Einwohner des Weilers Apfeldorf wurde um 1900 gesungen und spielte wohl auf aktuelle Ereignisse an.

Bein Kruma is heìt Profit iwa bliem,
bein Noiwiascht hôt er’s gsuffn und beim Dårfwiascht hôt as gspiem.

Übersetzung: Der Krämer hat heute Profit gemacht, beim Neuwirt hat er es versoffen und beim Dorfwirt hat er sich dann übergeben.
Erklärung: Diese Strophe sang der Saàsnschmied Simal um 1900 über den Oberndorfer Krämer.

Z’Going a da Prama, an Rettnbôch und z’Litzlföin
gehnd d‘ Weiwaleit beedln und d’Manaleit stöin.
Übersetzung: In Going in Prama, in Rettenbach und in Litzelfelden gehen die Frauen Betteln und die Männer stehlen.
Erklärung: Diese Strophe stammt aus der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, als das Kupferbergwerk am Rerobichl bei Oberndorf geschlossen wurde. Die dadurch verarmten Knappenfamilien wohnten in Going im Ortsteil Prama, im St. Johanner Weiler Rettenbach und im Kirchdorfer Weiler Litzelfelden, wo die Verhüttung des Erzes erfolgte.

A Sôiz, a Messa und an Strick an långa,
dés brauchnd d‘ Goinger zun Schafè fånga.
Übersetzung: Salz, ein Messer und einen langen Strick brauchen die Goinger zum Einfangen der Schafe.
Erklärung: Durch die Schließung des Kupferbergwerks am Rerobichl Ende des 18. Jahrhunderts verarmten die Knappenfamilien, von denen sehr viele in Going wohnten. Manchmal mussten diese auf illegalem Weg Nahrung beschaffen.

Heit fôhr ma a d’Öima,
wôs ma z’wénk håmb, dés stöihma,
åwa z’Going stöihma nix,
dia stöihnd söiwa wia d’Fichs.
Überstzung: Heute fahren wir nach Ellmau, was wir zu wenig haben stehlen wir, aber in Going stehlen wir nichts, die stehlen selber wie die Füchse.
Erklärung: Einige St. Johanner Burschen sangen diese Strophe in den 1920er Jahren beim Stanglwirt in Going und wurden danach entsprechend verprügelt. Aus den weiter oben genannten Gründen gab es in Going viele verarmte Bergknappenfamilien, die manchmal stehlen mussten, um zu überleben. So entstand das Klischee in den Nachbarorten, alle Goinger würden stehlen.

Da Goinger Vikari, jå wénn er’s nit loigg,
hôt 800 Beichtleit und 900 Doibb.
Übersetzung: Der Vikar von Going, wenn er nicht lügt, hat 800 Beichtgänger und 900 Diebe.
Erklärung: Siehe oben.

Z‘Going a da Prama hôms an Hôôgmôar an noin,
und wénn’s drei Tôg schéé Weda waà, fraßnd ‘n d’Floign.
Übersetzung: In Going im Weiler Prama gibt es einen neuen Ranggl-Meister, und wenn es drei Tage lang schönes Wetter gäbe, würden ihn die Fliegen fressen.
Erklärung: Der Hôôgmôar ist der Sieger beim Volkssport Ranggln, das dem Ringkampf ähnlich ist.

Z’Jochberg dè Sémmin, z’Sainihåns is‘ da Kréé,
z’Aurach dè Dôchriin, Bua dés muaßt vastéh.

Übersetzung: In Jochberg die Semmeln, in St. Johann ist es der Kren, in Aurach die Dachrinne, Junge das musst Du erstmal verstehen.
Erklärung: Die Jochberger haben seit alters her den Ruf, dass sie sehr viel Brot, vor allem Semmeln essen, die St. Johanner werden in den umliegenden Orten als Kréébeidl (Krenbeutel) bezeichnet – als Synonym für die den St. Johannern nachgesagte großspurige und protzige Art, und in Aurach machte einer beim Dorffest folgenden Jux: Gegen Entgelt konnte man die drei schönsten Auracherinnen besichtigen. Hinter einem Vorhang befanden sich aber keine Schönheiten sondern nur drei Dachrinnen.

Kischdårf is a Dreckdårf und weascht nit ånascht gnénnt,
und wea’s ånascht nénnt, weascht a dè Drecklåck eichè krénnt.

Übersetzung: Kirchdorf ist ein Dreckdorf und wird nicht anders genannt, und wer es anders nennt, wird in die Dreckpfütze gestoßen.
Erklärung: Diese Strophe über Kirchdorf spielt drauf an, dass der Ort früher mehrmals im Jahr von Überschwemmungen heimgesucht wurde, wobei auch oft Schlamm im Dorf und auf den Feldern liegen blieb.

Die hier angeführten Texte dienen lediglich der Dokumentation historischer Volkskultur und stellen nicht die Meinung des Museums- und Kulturvereins St. Johann in Tirol dar. Es liegt uns fern, Gefühle von Menschen zu verletzen, die sich mit den genannten Orten identifizieren.

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

Die Merkmale des Sainihånserischen

Lieder

Dieser Jodler wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aufgeschrieben und soll laut Übelieferung vom Saàsnschmied Simal stammen.

 

Der Sainihånser Klôutznfopper

Ein beliebtes Scherzlied am Anfang des 20. Jahrhunderts war der "Sainihånser Klôutznfopper." Darin kommt der den St. Johannern nachgesagte Charakterzug des ausgeprägten Selbstbewusstseins und großspurigen Übertreibens so richtig zur Geltung. Auf Grund dieses Charakterzuges wurden die St. Johanner von den Bewohnern der umliegenden Orte auch als "Kréébeidl" (Krenbeutel - also Aufschneider) bezeichnet.

Z'Sainihåns dô is lustig, jå lustig vastehst.
A nan so lustign Nest bin i mei Lebtôg nia gwest.
Bin a lustiga Bua, mia geht's ôiwei recht guat
hù saggrisch vui Schneid und a Göid ôiwei gnuag.

Iatz hun i ma låssn a Truchn frimma.
I kù hôit mei Göid nimma untabringa
Es is åwa dè Truchn vun Gwånd scho sovi voi
drum bring i mei Göid nimma eichè, woaßt woih.

Und z'Weihnåchtn, dô is' bei mir völlig aus.
Dô bringans ma 's Klôutznbrôut zuacha zun Haus.
Sé bittn und beedlnd und hôitn mi ù:
"Geh nimm ma decht hoia an Klôuznscheaschz ù."

Wôs soid i dô måchn, wôs soid i dô sôgn?
Iatz muaß i 's hôit néhma, weck toan sè 's nit trôgn.
Åft hun i dè béssan a d'Réhm aussè gloàt
und dè ånan séggs Klåfta ums Haus umma zoàt.

An Kischtôg dô geht's ma mitn Bischn a so.
Dô kimmb nit kôt oanè, kôt oanè a zwôu.
Dô bring ma's a niadè an Buschn hervühr
und i gib's da Sénnin fi insrè Kiah.

Es is scho dés ôiagreßt Kreiz auf da Wöit,
dass i so vui Schneid hù und a so vui Göid.
Ôa Kreiz und ôa Lôad muaß a jeda Ménsch hôm,
åwa da Himmè bleibb offn, Leit, dés woaß i ênk z' sôgn.

Übersetzung und Erklärung:
In St. Johann in Tirol ist es lustig, verstehst Du, in so einem lustigen Nest war ich noch nie. ich bin ein fröhlicher Junge, mir gehts immer recht gut, ich habe unglaublich viel Mut und auch immer genug Geld.

Jetzt habe ich mir eine Truhe einreden lassen, weil ich mein Geld nicht mehr unterbringen kann. Da die Truhe aber mit meiner Kleidung schon so voll ist, kann ich mein Geld darin nicht mehr unterbringen.

Und zu Weihnachten ist es bei mir völlig aus, da bringen mir die Mädchen die Anschnitte ihres Weihnachtsbrotes nach Haus. Sie bitten und betteln, dass ich sie annehme. - Das hat mit dem Brauch zu tun, dass die Mädchen zu Weihnachten ihrem Angebeteten den Anschnitt ihres Weihnachtsbrotes schenkten. Der Beschenkte wusste dadurch, dass ihn das Mädchen auserkoren hatte.

Was soll ich da machen, was soll ich da sagen, ich muss sie annehmen, weil sie es nicht mehr wegtragen. So habe ich die besseren Stücke in die Tenne gelegt und die anderen sechs Klafter ums Haus herum geschlichtet. - Ein Klafter entspricht ca. 3,3 Kubikmeter.

Am Kirchtag geht es mir mit den Blumensträußen so. Da kommt nicht nur eine oder zwei. Da bringt mir eine jede einen Blumenstrauß daher und ich gebe sie der Sennerin für unsere Kühe. - Das hat mit dem Brauch zu tun, dass sich Verliebte Blumen schenken.

Es ist schon das größte Kreuz auf dieser Welt, dass ich so viel Mut habe und auch so viel Geld. Ein Kreuz und ein Leiden muss jeder Mensch haben. Aber der Himmel bleibt offen Leute, das muss ich euch schon sagen.

Gstanzlstrophen


Heìt kémans wieda ôi daher, dè Reichn und dè Raarn,
Schliidn håmbs bei eàh und aa dè Kaarn.
Übersetzung: Heute kommen sie wieder alle daher, die Reichen und die Seltenen. Schlitten haben sie mit und auch Karren.
Erklärung: Der Fieberbrunner Heimatdichter Dandler sang diese Strophe über die St. Johanner. Die Schlitten sind Symbol für die wohlhabenden Bauern. Die Karren deuten auf die Volksgruppe der Karner hin. Das waren im Land umherziehenden Familien, die nichts besaßen außer einen Karren.

Lustig is' gwesn und gsunga håmbs nett.
Bruggnschmied Michei und Baschtlbäck Wett.

Übersetzung: Lustig war es und sie haben nett gesungen, der Brückenschmied Michael und die Barbara vom Bartlbäck.
Erklärung: Die Brückenschmiede war bei der Kreuzung Kaiserstraße/Schmiedweg. Der Hof Bartlbäck liegt am vorderen Hinterkaiserweg. Der Schmied Michael Eppensteiner und die Bäuerin Barbara Schroll waren Anfang des 20. Jahrhunderts beliebte Volkssänger.

Da Staudinger hôt d’Grind vakafft und die Kiah a,
iatz kimb da Bischof drù – Halleluja.
Übersetzung: Der Bauer beim Staudinger hat die Grundstücke und die Kühe verkauft, jetzt kommt der Bischof dran – Halleluja.
Erklärung: Die alte Bäuerin beim Hof Staudinger (heute Hotel St. Johanner Hof) stand bei den Zeugen Jehovas im Rang eines Bischofs.

Und du bist da Kråtzabéck,
hôst koan Wôid åwa vui Stéck.
Zôihst koanè Steian, kôan Zins,
passatst guat auffa zu ins.
Übersetzung: und du bist der Kratzerbäck, hast keinen Wald aber viele Baumstümpfe. Zahlst keine Steuern und auch keinen Zins, würdest gut zu uns herauf passen.
Erklärung: In Kitzbühel sang einer diese Strophe über den Bauern beim Kratzerbäck. In Kratzerbäck-Haus befindet sich heute die Sparkasse St. Johann.

Z‘ Rueppn is s‘ Zuchthaus, z’Foidler s‘ Spitôi
und z‘ Låckn, jå dô sénd d‘ Betschwéstern ôi.

Übersetzung: Im Hof Rueppen ist das Zuchthaus, im Hof Foidlern das Spital und im Hof Lacken sind die Betschwestern zu Hause.
Erklärung: Diese Strophe über die Einwohner des Weilers Apfeldorf wurde um 1900 gesungen und spielte wohl auf aktuelle Ereignisse an.

Bein Kruma is heìt Profit iwa bliem,
bein Noiwiascht hôt er’s gsuffn und beim Dårfwiascht hôt as gspiem.

Übersetzung: Der Krämer hat heute Profit gemacht, beim Neuwirt hat er es versoffen und beim Dorfwirt hat er sich dann übergeben.
Erklärung: Diese Strophe sang der Saàsnschmied Simal um 1900 über den Oberndorfer Krämer.

Z’Going a da Prama, an Rettnbôch und z’Litzlföin
gehnd d‘ Weiwaleit beedln und d’Manaleit stöin.
Übersetzung: In Going in Prama, in Rettenbach und in Litzelfelden gehen die Frauen Betteln und die Männer stehlen.
Erklärung: Diese Strophe stammt aus der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, als das Kupferbergwerk am Rerobichl bei Oberndorf geschlossen wurde. Die dadurch verarmten Knappenfamilien wohnten in Going im Ortsteil Prama, im St. Johanner Weiler Rettenbach und im Kirchdorfer Weiler Litzelfelden, wo die Verhüttung des Erzes erfolgte.

A Sôiz, a Messa und an Strick an långa,
dés brauchnd d‘ Goinger zun Schafè fånga.
Übersetzung: Salz, ein Messer und einen langen Strick brauchen die Goinger zum Einfangen der Schafe.
Erklärung: Durch die Schließung des Kupferbergwerks am Rerobichl Ende des 18. Jahrhunderts verarmten die Knappenfamilien, von denen sehr viele in Going wohnten. Manchmal mussten diese auf illegalem Weg Nahrung beschaffen.

Heit fôhr ma a d’Öima,
wôs ma z’wénk håmb, dés stöihma,
åwa z’Going stöihma nix,
dia stöihnd söiwa wia d’Fichs.
Überstzung: Heute fahren wir nach Ellmau, was wir zu wenig haben stehlen wir, aber in Going stehlen wir nichts, die stehlen selber wie die Füchse.
Erklärung: Einige St. Johanner Burschen sangen diese Strophe in den 1920er Jahren beim Stanglwirt in Going und wurden danach entsprechend verprügelt. Aus den weiter oben genannten Gründen gab es in Going viele verarmte Bergknappenfamilien, die manchmal stehlen mussten, um zu überleben. So entstand das Klischee in den Nachbarorten, alle Goinger würden stehlen.

Da Goinger Vikari, jå wénn er’s nit loigg,
hôt 800 Beichtleit und 900 Doibb.
Übersetzung: Der Vikar von Going, wenn er nicht lügt, hat 800 Beichtgänger und 900 Diebe.
Erklärung: Siehe oben.

Z‘Going a da Prama hôms an Hôôgmôar an noin,
und wénn’s drei Tôg schéé Weda waà, fraßnd ‘n d’Floign.
Übersetzung: In Going im Weiler Prama gibt es einen neuen Ranggl-Meister, und wenn es drei Tage lang schönes Wetter gäbe, würden ihn die Fliegen fressen.
Erklärung: Der Hôôgmôar ist der Sieger beim Volkssport Ranggln, das dem Ringkampf ähnlich ist.

Z’Jochberg dè Sémmin, z’Sainihåns is‘ da Kréé,
z’Aurach dè Dôchriin, Bua dés muaßt vastéh.

Übersetzung: In Jochberg die Semmeln, in St. Johann ist es der Kren, in Aurach die Dachrinne, Junge das musst Du erstmal verstehen.
Erklärung: Die Jochberger haben seit alters her den Ruf, dass sie sehr viel Brot, vor allem Semmeln essen, die St. Johanner werden in den umliegenden Orten als Kréébeidl (Krenbeutel) bezeichnet – als Synonym für die den St. Johannern nachgesagte großspurige und protzige Art, und in Aurach machte einer beim Dorffest folgenden Jux: Gegen Entgelt konnte man die drei schönsten Auracherinnen besichtigen. Hinter einem Vorhang befanden sich aber keine Schönheiten sondern nur drei Dachrinnen.

Kischdårf is a Dreckdårf und weascht nit ånascht gnénnt,
und wea’s ånascht nénnt, weascht a dè Drecklåck eichè krénnt.

Übersetzung: Kirchdorf ist ein Dreckdorf und wird nicht anders genannt, und wer es anders nennt, wird in die Dreckpfütze gestoßen.
Erklärung: Diese Strophe über Kirchdorf spielt drauf an, dass der Ort früher mehrmals im Jahr von Überschwemmungen heimgesucht wurde, wobei auch oft Schlamm im Dorf und auf den Feldern liegen blieb.

Die hier angeführten Texte dienen lediglich der Dokumentation historischer Volkskultur und stellen nicht die Meinung des Museums- und Kulturvereins St. Johann in Tirol dar. Es liegt uns fern, Gefühle von Menschen zu verletzen, die sich mit den genannten Orten identifizieren.


Die Merkmale des Sainihånserischen

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).