Anekdoten

 

Der Schneidermeister Rudolf Scheider war von 1945 bis 1962 Bürgermeister von St. Johann in Tirol. Einige seiner Aussprüche sind bis in unsere Tage legendär:

Beim Fest zur Erweiterung des Flugplatzes sagte er in seiner Ansprache: „Mia sénd stòiz, dass iatz a dè Motorradlfliaga bei ins in Sainihåns låndn kina.“ Übersetzung: „Wir sind stolz, dass nun auch die Motorradflieger bei uns in St. Johann landen können.“ Gemeint waren natürlich die motorisierten Flugzeuge.

Legendär wurde sein Satz bei der Feier zum 100.000. Fahrgast der St. Johanner Bergbahn: „Und i begriaß a den heruntergekommenen Kitzbichla Burgamoasta zu insan hundertmillionsten Fôhrgåst.“ Übersetzung: „Und ich begrüße auch den heruntergekommenen Kitzbüheler Bürgermeister zu unserem hundertmillionsten Fahrgast.“ Gemeint war natürlich, dass man vom etwas höher gelegenen Kitzbühel nach St. Johann herunter fahren muss.

Als einmal im Wirtshaus über den Landeshauptmann geschimpft wurde, weil dieser ein Ansuchen nicht genehmigte, sagte Scheider: „toats nit so schimpfn, wei insa Låndeshauptmånn is gånz a impoténta Kerl.“ Übersetzung: „Schimpft nicht so, weil unser Landeshauptmann ist ein ganz impotenter Kerl.“ Gemeint war natürlich: „ein ganz patenter Kerl.“



 

Josef Ritter war von 1939 bis 1968 Dechant von St. Johann in Tirol. 1958 wurde er zum Ehrendomherr von Salzburg ernannt. Damit verbunden ist auch das Tragen eines Talars mit roten Knöpfen. Die Leute gratulierten ihm zur Ernennung, doch er sagte in seiner Bescheidenheit nur dazu: „Dés is kôt a Knopflochentzündung.“ Übersetzung: „Das ist ja nur eine Knopflochentzündung.“

Als Dekan Ritter nach der Segnung eines neuen Flugzeuges eingeladen wurde, einen Rundflug mitzumachen, fragten ihn die Leute, ob er sich denn überhaupt getraue, in einem so kleinen Flugzeug mitzufliegen. Er antwortete: „Es is no koa Moasta vun Himmè ôcha gfoin.“ Übersetzung: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

Berühmt wurde folgende Geschichte: Als die Gestapo 1940 einen gewissen Bartholomäus Holzhauser im St. Johanner Pfarrhof verhaften wollte, da er durch seine visionären Schriften Hochverrat gegen Führer und Reich begangen habe, sagte Dechant Josef Ritter, indem er auf das 300 Jahre alte Portrait des Dekans Bartholomäus Holzhauser (1613 – 1658) zeigte: „Dô is a, méggs ‘n kôt vahåftn.“ Übersetzung: Hier ist er, ihr braucht ihn nur zu verhaften.“

 

 


Eine Sainihånserin fragte bei einer Beerdigung im Oberland: "wia is‘ bei énk da Brauch? Muaß ans iatz scho reahn ùfånga oda eascht bein Grôb zuachè ?" Übersetzung: "Wie ist es bei Euch üblich? Soll ich jetzt schon anfangen zu weinen, oder erst dann vor dem Grab?"

Der aus Oberndorf stammende volksnahe Pfarrer Toni Waltl hat bei der Fronleichnamsprozession in Aschau gesagt: „die trôgatn Jungfraun soidn vôun viechè geh.“ Das Wortspiel setzte er bewusst ein, da "trogad" eigentlich schwanger heißt. Gemeint war natürlich, dass jene Jungfrauen, welche die Marienstatue trugen, nach vorne gehen sollten.

An der St. Johanner Kirchentür hat um 1900 eine unbekannte Person einen Zettel angebracht, auf dem folgendem Text stand: "Du und da r‘oà miaßts a bissl léntiga toà, sist seids du und da’r oà ‘s naxt Môi alloà." Übersetzung: "Du und der andere müsst das nächste Mal etwas schneller machen, sonst seid Ihr das nächste Mal alleine." Gemeint waren der Dekan und der Kooperator, die dafür bekannt waren, dass ihre Messen sehr lange dauerten.

Saàsnschmied Simal war bekannt für seine witzigen Reime. Er ging vom Harschbichl über den Ludwig-Scheiber-Steig aufs Kitzbüheler Horn. Unterhalb des Gipfels ist ein Felsloch, durch das man steigen muss, und da es dort auch recht steil ist, bekam Simal Angst. Er sagte: "Vou an Loch glåcht hun i éfta gånz gwiß, åwa vôu an Loch reahn, wôs khôt ums oita wean is." Übersetzung: "Vor einem Loch gelacht habe ich schon öfters, aber vor einem Loch weinen hat wohl mit dem älter Werden zu tun."

 

 

Der Sinngrün Sepp war der beste Komiker der St. Johanner Volksbühne in den 1930er Jahren und auch sonst ein origineller und witziger Zeitgenosse. Als er einmal in Wien war und beim Heurigen zu viel getrunken hatte, urinierte er danach an eine Hauswand. Dabei erwischte ihn ein Wachmann, der ihm für dieses Vergehen eine Strafe von 7 Schilling verlangte. Der Sepp gab ihm 10 Schilling und sagte: „stimmb scho, wei a Pfischzei is a dabei gween.“ Übersetzung: „es stimmt so, weil auch ein Pfürzchen dabei war.“


In den 1920er Jahren trug sich folgendes zu. Ein Mann ging fensterln, und als er zum Fenster der Angebeteten hinauf steigen wollte, rief sie ihm hinunter: „heit geht nix, heit hun i an Schuasta.“ Er antwortete ärgerlich darauf: „Harrgood Saggra, éppas leana hed ma soin, die Professionistn ziachn ôiwei vôu.“ Übersetzung: Sie sagte: „heute geht nichts, heute habe ich „den Schuster“ (= heute habe ich meine Tage).“ Er antwortete: „Herrgott Sakrament, etwas lernen hätte man sollen, die Professionisten haben immer Vorrang.“

Link zur genaueren Erklärung der Laute

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

Anekdoten

 

Der Schneidermeister Rudolf Scheider war von 1945 bis 1962 Bürgermeister von St. Johann in Tirol. Einige seiner Aussprüche sind bis in unsere Tage legendär:

Beim Fest zur Erweiterung des Flugplatzes sagte er in seiner Ansprache: „Mia sénd stòiz, dass iatz a dè Motorradlfliaga bei ins in Sainihåns låndn kina.“ Übersetzung: „Wir sind stolz, dass nun auch die Motorradflieger bei uns in St. Johann landen können.“ Gemeint waren natürlich die motorisierten Flugzeuge.

Legendär wurde sein Satz bei der Feier zum 100.000. Fahrgast der St. Johanner Bergbahn: „Und i begriaß a den heruntergekommenen Kitzbichla Burgamoasta zu insan hundertmillionsten Fôhrgåst.“ Übersetzung: „Und ich begrüße auch den heruntergekommenen Kitzbüheler Bürgermeister zu unserem hundertmillionsten Fahrgast.“ Gemeint war natürlich, dass man vom etwas höher gelegenen Kitzbühel nach St. Johann herunter fahren muss.

Als einmal im Wirtshaus über den Landeshauptmann geschimpft wurde, weil dieser ein Ansuchen nicht genehmigte, sagte Scheider: „toats nit so schimpfn, wei insa Låndeshauptmånn is gånz a impoténta Kerl.“ Übersetzung: „Schimpft nicht so, weil unser Landeshauptmann ist ein ganz impotenter Kerl.“ Gemeint war natürlich: „ein ganz patenter Kerl.“



 

Josef Ritter war von 1939 bis 1968 Dechant von St. Johann in Tirol. 1958 wurde er zum Ehrendomherr von Salzburg ernannt. Damit verbunden ist auch das Tragen eines Talars mit roten Knöpfen. Die Leute gratulierten ihm zur Ernennung, doch er sagte in seiner Bescheidenheit nur dazu: „Dés is kôt a Knopflochentzündung.“ Übersetzung: „Das ist ja nur eine Knopflochentzündung.“

Als Dekan Ritter nach der Segnung eines neuen Flugzeuges eingeladen wurde, einen Rundflug mitzumachen, fragten ihn die Leute, ob er sich denn überhaupt getraue, in einem so kleinen Flugzeug mitzufliegen. Er antwortete: „Es is no koa Moasta vun Himmè ôcha gfoin.“ Übersetzung: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

Berühmt wurde folgende Geschichte: Als die Gestapo 1940 einen gewissen Bartholomäus Holzhauser im St. Johanner Pfarrhof verhaften wollte, da er durch seine visionären Schriften Hochverrat gegen Führer und Reich begangen habe, sagte Dechant Josef Ritter, indem er auf das 300 Jahre alte Portrait des Dekans Bartholomäus Holzhauser (1613 – 1658) zeigte: „Dô is a, méggs ‘n kôt vahåftn.“ Übersetzung: Hier ist er, ihr braucht ihn nur zu verhaften.“

 

 


Eine Sainihånserin fragte bei einer Beerdigung im Oberland: "wia is‘ bei énk da Brauch? Muaß ans iatz scho reahn ùfånga oda eascht bein Grôb zuachè ?" Übersetzung: "Wie ist es bei Euch üblich? Soll ich jetzt schon anfangen zu weinen, oder erst dann vor dem Grab?"

Der aus Oberndorf stammende volksnahe Pfarrer Toni Waltl hat bei der Fronleichnamsprozession in Aschau gesagt: „die trôgatn Jungfraun soidn vôun viechè geh.“ Das Wortspiel setzte er bewusst ein, da "trogad" eigentlich schwanger heißt. Gemeint war natürlich, dass jene Jungfrauen, welche die Marienstatue trugen, nach vorne gehen sollten.

An der St. Johanner Kirchentür hat um 1900 eine unbekannte Person einen Zettel angebracht, auf dem folgendem Text stand: "Du und da r‘oà miaßts a bissl léntiga toà, sist seids du und da’r oà ‘s naxt Môi alloà." Übersetzung: "Du und der andere müsst das nächste Mal etwas schneller machen, sonst seid Ihr das nächste Mal alleine." Gemeint waren der Dekan und der Kooperator, die dafür bekannt waren, dass ihre Messen sehr lange dauerten.

Saàsnschmied Simal war bekannt für seine witzigen Reime. Er ging vom Harschbichl über den Ludwig-Scheiber-Steig aufs Kitzbüheler Horn. Unterhalb des Gipfels ist ein Felsloch, durch das man steigen muss, und da es dort auch recht steil ist, bekam Simal Angst. Er sagte: "Vou an Loch glåcht hun i éfta gånz gwiß, åwa vôu an Loch reahn, wôs khôt ums oita wean is." Übersetzung: "Vor einem Loch gelacht habe ich schon öfters, aber vor einem Loch weinen hat wohl mit dem älter Werden zu tun."

 

 

Der Sinngrün Sepp war der beste Komiker der St. Johanner Volksbühne in den 1930er Jahren und auch sonst ein origineller und witziger Zeitgenosse. Als er einmal in Wien war und beim Heurigen zu viel getrunken hatte, urinierte er danach an eine Hauswand. Dabei erwischte ihn ein Wachmann, der ihm für dieses Vergehen eine Strafe von 7 Schilling verlangte. Der Sepp gab ihm 10 Schilling und sagte: „stimmb scho, wei a Pfischzei is a dabei gween.“ Übersetzung: „es stimmt so, weil auch ein Pfürzchen dabei war.“


In den 1920er Jahren trug sich folgendes zu. Ein Mann ging fensterln, und als er zum Fenster der Angebeteten hinauf steigen wollte, rief sie ihm hinunter: „heit geht nix, heit hun i an Schuasta.“ Er antwortete ärgerlich darauf: „Harrgood Saggra, éppas leana hed ma soin, die Professionistn ziachn ôiwei vôu.“ Übersetzung: Sie sagte: „heute geht nichts, heute habe ich „den Schuster“ (= heute habe ich meine Tage).“ Er antwortete: „Herrgott Sakrament, etwas lernen hätte man sollen, die Professionisten haben immer Vorrang.“

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

Link zur genaueren Erklärung der Laute

Anekdoten

 

Der Schneidermeister Rudolf Scheider war von 1945 bis 1962 Bürgermeister von St. Johann in Tirol. Einige seiner Aussprüche sind bis in unsere Tage legendär:

Beim Fest zur Erweiterung des Flugplatzes sagte er in seiner Ansprache: „Mia sénd stòiz, dass iatz a dè Motorradlfliaga bei ins in Sainihåns låndn kina.“ Übersetzung: „Wir sind stolz, dass nun auch die Motorradflieger bei uns in St. Johann landen können.“ Gemeint waren natürlich die motorisierten Flugzeuge.

Legendär wurde sein Satz bei der Feier zum 100.000. Fahrgast der St. Johanner Bergbahn: „Und i begriaß a den heruntergekommenen Kitzbichla Burgamoasta zu insan hundertmillionsten Fôhrgåst.“ Übersetzung: „Und ich begrüße auch den heruntergekommenen Kitzbüheler Bürgermeister zu unserem hundertmillionsten Fahrgast.“ Gemeint war natürlich, dass man vom etwas höher gelegenen Kitzbühel nach St. Johann herunter fahren muss.

Als einmal im Wirtshaus über den Landeshauptmann geschimpft wurde, weil dieser ein Ansuchen nicht genehmigte, sagte Scheider: „toats nit so schimpfn, wei insa Låndeshauptmånn is gånz a impoténta Kerl.“ Übersetzung: „Schimpft nicht so, weil unser Landeshauptmann ist ein ganz impotenter Kerl.“ Gemeint war natürlich: „ein ganz patenter Kerl.“



 

Josef Ritter war von 1939 bis 1968 Dechant von St. Johann in Tirol. 1958 wurde er zum Ehrendomherr von Salzburg ernannt. Damit verbunden ist auch das Tragen eines Talars mit roten Knöpfen. Die Leute gratulierten ihm zur Ernennung, doch er sagte in seiner Bescheidenheit nur dazu: „Dés is kôt a Knopflochentzündung.“ Übersetzung: „Das ist ja nur eine Knopflochentzündung.“

Als Dekan Ritter nach der Segnung eines neuen Flugzeuges eingeladen wurde, einen Rundflug mitzumachen, fragten ihn die Leute, ob er sich denn überhaupt getraue, in einem so kleinen Flugzeug mitzufliegen. Er antwortete: „Es is no koa Moasta vun Himmè ôcha gfoin.“ Übersetzung: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

Berühmt wurde folgende Geschichte: Als die Gestapo 1940 einen gewissen Bartholomäus Holzhauser im St. Johanner Pfarrhof verhaften wollte, da er durch seine visionären Schriften Hochverrat gegen Führer und Reich begangen habe, sagte Dechant Josef Ritter, indem er auf das 300 Jahre alte Portrait des Dekans Bartholomäus Holzhauser (1613 – 1658) zeigte: „Dô is a, méggs ‘n kôt vahåftn.“ Übersetzung: Hier ist er, ihr braucht ihn nur zu verhaften.“

 

 


Eine Sainihånserin fragte bei einer Beerdigung im Oberland: "wia is‘ bei énk da Brauch? Muaß ans iatz scho reahn ùfånga oda eascht bein Grôb zuachè ?" Übersetzung: "Wie ist es bei Euch üblich? Soll ich jetzt schon anfangen zu weinen, oder erst dann vor dem Grab?"

Der aus Oberndorf stammende volksnahe Pfarrer Toni Waltl hat bei der Fronleichnamsprozession in Aschau gesagt: „die trôgatn Jungfraun soidn vôun viechè geh.“ Das Wortspiel setzte er bewusst ein, da "trogad" eigentlich schwanger heißt. Gemeint war natürlich, dass jene Jungfrauen, welche die Marienstatue trugen, nach vorne gehen sollten.

An der St. Johanner Kirchentür hat um 1900 eine unbekannte Person einen Zettel angebracht, auf dem folgendem Text stand: "Du und da r‘oà miaßts a bissl léntiga toà, sist seids du und da’r oà ‘s naxt Môi alloà." Übersetzung: "Du und der andere müsst das nächste Mal etwas schneller machen, sonst seid Ihr das nächste Mal alleine." Gemeint waren der Dekan und der Kooperator, die dafür bekannt waren, dass ihre Messen sehr lange dauerten.

Saàsnschmied Simal war bekannt für seine witzigen Reime. Er ging vom Harschbichl über den Ludwig-Scheiber-Steig aufs Kitzbüheler Horn. Unterhalb des Gipfels ist ein Felsloch, durch das man steigen muss, und da es dort auch recht steil ist, bekam Simal Angst. Er sagte: "Vou an Loch glåcht hun i éfta gånz gwiß, åwa vôu an Loch reahn, wôs khôt ums oita wean is." Übersetzung: "Vor einem Loch gelacht habe ich schon öfters, aber vor einem Loch weinen hat wohl mit dem älter Werden zu tun."

 

 

Der Sinngrün Sepp war der beste Komiker der St. Johanner Volksbühne in den 1930er Jahren und auch sonst ein origineller und witziger Zeitgenosse. Als er einmal in Wien war und beim Heurigen zu viel getrunken hatte, urinierte er danach an eine Hauswand. Dabei erwischte ihn ein Wachmann, der ihm für dieses Vergehen eine Strafe von 7 Schilling verlangte. Der Sepp gab ihm 10 Schilling und sagte: „stimmb scho, wei a Pfischzei is a dabei gween.“ Übersetzung: „es stimmt so, weil auch ein Pfürzchen dabei war.“


In den 1920er Jahren trug sich folgendes zu. Ein Mann ging fensterln, und als er zum Fenster der Angebeteten hinauf steigen wollte, rief sie ihm hinunter: „heit geht nix, heit hun i an Schuasta.“ Er antwortete ärgerlich darauf: „Harrgood Saggra, éppas leana hed ma soin, die Professionistn ziachn ôiwei vôu.“ Übersetzung: Sie sagte: „heute geht nichts, heute habe ich „den Schuster“ (= heute habe ich meine Tage).“ Er antwortete: „Herrgott Sakrament, etwas lernen hätte man sollen, die Professionisten haben immer Vorrang.“


Link zur genaueren Erklärung der Laute

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).