Reime

Und s' Dianei hôts gneisst,
dass meì Spiitzbaschtl beisst.
Und so lång hôt's scho tu,
bis i's ôbaschtl hu.

Übersetzung: Und das Mädchen hat bemerkt, dass mein Kinnbart juckt bzw. kitzelt, und so lang hat sie schon herum getan, bis ich sie endlich geküsst habe.

Hinta da Hoiastaud ziwitzt a Grui,
hôt a bissl vicha gschaut, åwa nit vui.

Übersetzung: Hinter dem Holunderstrauch zirpt eine Grille, hat ein bisschen heraus geschaut, aber nicht viel.

Da Pfårra hôts prédigg und da Koprata hôts gschriem,
mit die Dinna is guat tånzn, und bei de Dickan is nett liegn.

Übersetzung: Der Pfarrer hat's gepredigt und der Kooperator hat es geschrieben: mit den schlanken Frauen kann man gut tanzen und bei den Dicken kann man gut liegen.

Wo die Daumniidei schewan,wénn ma viigehnd bei énk,
a dè Knéél inn Toifèfleisch und déssn vui z’wénk.

Übersetzung: Wo die "Daumniedei" scheppern, wenn man bei euch vorbei geht, in euren Knödeln ist Teufelfleisch und davon noch viel zu wenig. Erklärung: das sagten die Dienstboten über geizige Bauern, die das Essen sehr knapp hielten. Die aus Kartoffelteig gemachten "Daumniedei" sind also zu trocken bzw. ohne Butter, und in den Knödeln ist nur ganz wenig minderwertiges Fleisch.

Neckreime über Vornamen

Anei, Pfanei, Schisseiboon,
wôs Anei sôgg, is ôiss dalogn.
Übersetzung: Anne, Pfanne, Schüsselboden, was Anne sagt, ist alles gelogen.

Anei midn Pfanei, kéhr s' Hénaloch aus,
bôidst és nit sauwa måchst, jôg i Di aus!
Übersetzung: Anna mit der Pfanne, kehre den Eingang zum Hühnerstall aus, wenn Du es nicht sauber machst, jage ich Dich aus.

Thresei midn Besei késcht ‘s Hénnaloch aus. Kéhschts hi, kéhschts hea und késchts decht nit sauwa aus.
Übersetzung: Theresia mit dem Besen kehrt den Eingang zum Hühnerstall aus, kehrt hin und kehrt her und kehrt ihn doch nicht sauber aus.

Vroni, Lemoni, Pammarantschn-Guggù,
a Pfeiffei Tawagg is ma liawa wia du!
Übersetzung: Veronika, Zitrone, Apfelsinen-Kuckuck, eine Pfeife mit Tabak ist mir lieber als du.

Peda-Pedabôscht,
hôst meinè Kiah nit gwôscht?
Oanè hoaßt Riggei, oanè Raggei
und oanè hôt bein Ôsch a Haggei.
Übersetzung: Peter, Peter-Bart, hast du meine Kühe nicht bemerkt? Eine heißt Riggei, eine Raggei und eine hat ein aufstehendes Hinterteil.

Haisei, hô, hô, låß ma r' an Fénstastock dô.
Du kust’n nit brauchn und mia geht a r' ô.

Übersetzung: Ach Mathäus, lass mir Doch meinen Fensterstock, du kanst ihn ohnehin nicht brauchen und ich würde ihn vermissen. Erklärung: beim Fensterln hat sich einmal ein wohlbeleibter Mann namens Mathäus so durch das Fenster gezwängt, dass der Festerstock zu zerbrechen drohte.

Lies, Gfrieß schaug aussi auf'd Wies,
schaug aussi ob s'Keiwè bauchweeig is.

Übersetzung: Elisabeth mit deiner Visage, schau hinaus auf die Wiese, schau hinaus ob das Kalb Bauchschmerzen hat.

Érgl, Érgl, treib die Goaß auf Wérgl
môg as nit vakaffn,
låsst as wieda laffn,
Érgl wiavui kost a Kilo Gwirx?

Übersetzung: Georg, Georg, treib die Ziege nach Wörgl, will er sie nicht verkaufen, lässt er sie wieder laufen. Georg wieviel kostet ein Kilogramm Murks?

Håns hoaßt a jeda Schwånz,
Sepp hoaßt a jeda Depp,
åwa Peda hoaßt nit a jeda.

Übersetzung: Hans heißt jeder Schwanz, Josef heißt jeder Idiot und Peter heißt nicht jeder.

Heìt is‘ schéé Weda,
da Kiahbua hoaßt Peda
und d‘ Sénnin hoaßt Reìdl,
die Gloggnkuah Weìdl.
Übersetzung: Heute ist das Wetter schön, der Hüterbub heißt Peter, die Sennerin heißt Reidl und die Leitkuh heißt Weidl.

Ånnamial ziach bein Schnial.
Übersetzung: Annemarie zieh an der Schnur.


Christl und Ahndl
håmb a da Mitt a Manndl

Übersetzung: Christine und Anna haben in der Mitte einen Mann. Erklärung: zwischen dem Feiertag der Hl. Christine (24. 7.) und der Hl. Anna (26. 7.) ist der Hl. Jakobus (25. 7.) oder auch: Christl und Andl håmb Jôggl a da Mitt.

Katt hôt an Ôsch a Blatt,
hôt an Kopf an Stean,
und môg dè Buam so gean.

Übersetzung: Katharina hat am Hintern ein Blatt, hat auf dem Kopf einen Stern und mag die Buben gern.

Etwas deftigere Sprüche

Michei Machei
brunzt as Kachei.
S'Kachei rinnt,
Michei schwimmb.

Übersetzung: Michael uriniert in den Nachttopf, der Nachttopf rinnt und Michael schwimmt. In einer anderen Version endet der Reim mit: "...Michei schpinnt", also Michael wird zornig.

Peda frisst Huttn, scheißt Leda.
Übersetzung: Peter frisst Stofffetzen und scheißt Leder.

Da Peda hôt d’Scheiss,
bôid die greà, bôid die weiss,
i gib eahm nix eì,
môg er scheissn wéng meì.
Übersetzung: Peter hat Durchfall, mal grün mal weiß, ich gebe ihm keine Medizin, soll er meinetwegen weiter sch...

 

 

 

 

Die Merkmale des Sainihånserischen

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

Reime

Und s' Dianei hôts gneisst,
dass meì Spiitzbaschtl beisst.
Und so lång hôt's scho tu,
bis i's ôbaschtl hu.

Übersetzung: Und das Mädchen hat bemerkt, dass mein Kinnbart juckt bzw. kitzelt, und so lang hat sie schon herum getan, bis ich sie endlich geküsst habe.

Hinta da Hoiastaud ziwitzt a Grui,
hôt a bissl vicha gschaut, åwa nit vui.

Übersetzung: Hinter dem Holunderstrauch zirpt eine Grille, hat ein bisschen heraus geschaut, aber nicht viel.

Da Pfårra hôts prédigg und da Koprata hôts gschriem,
mit die Dinna is guat tånzn, und bei de Dickan is nett liegn.

Übersetzung: Der Pfarrer hat's gepredigt und der Kooperator hat es geschrieben: mit den schlanken Frauen kann man gut tanzen und bei den Dicken kann man gut liegen.

Wo die Daumniidei schewan,wénn ma viigehnd bei énk,
a dè Knéél inn Toifèfleisch und déssn vui z’wénk.

Übersetzung: Wo die "Daumniedei" scheppern, wenn man bei euch vorbei geht, in euren Knödeln ist Teufelfleisch und davon noch viel zu wenig. Erklärung: das sagten die Dienstboten über geizige Bauern, die das Essen sehr knapp hielten. Die aus Kartoffelteig gemachten "Daumniedei" sind also zu trocken bzw. ohne Butter, und in den Knödeln ist nur ganz wenig minderwertiges Fleisch.

Neckreime über Vornamen

Anei, Pfanei, Schisseiboon,
wôs Anei sôgg, is ôiss dalogn.
Übersetzung: Anne, Pfanne, Schüsselboden, was Anne sagt, ist alles gelogen.

Anei midn Pfanei, kéhr s' Hénaloch aus,
bôidst és nit sauwa måchst, jôg i Di aus!
Übersetzung: Anna mit der Pfanne, kehre den Eingang zum Hühnerstall aus, wenn Du es nicht sauber machst, jage ich Dich aus.

Thresei midn Besei késcht ‘s Hénnaloch aus. Kéhschts hi, kéhschts hea und késchts decht nit sauwa aus.
Übersetzung: Theresia mit dem Besen kehrt den Eingang zum Hühnerstall aus, kehrt hin und kehrt her und kehrt ihn doch nicht sauber aus.

Vroni, Lemoni, Pammarantschn-Guggù,
a Pfeiffei Tawagg is ma liawa wia du!
Übersetzung: Veronika, Zitrone, Apfelsinen-Kuckuck, eine Pfeife mit Tabak ist mir lieber als du.

Peda-Pedabôscht,
hôst meinè Kiah nit gwôscht?
Oanè hoaßt Riggei, oanè Raggei
und oanè hôt bein Ôsch a Haggei.
Übersetzung: Peter, Peter-Bart, hast du meine Kühe nicht bemerkt? Eine heißt Riggei, eine Raggei und eine hat ein aufstehendes Hinterteil.

Haisei, hô, hô, låß ma r' an Fénstastock dô.
Du kust’n nit brauchn und mia geht a r' ô.

Übersetzung: Ach Mathäus, lass mir Doch meinen Fensterstock, du kanst ihn ohnehin nicht brauchen und ich würde ihn vermissen. Erklärung: beim Fensterln hat sich einmal ein wohlbeleibter Mann namens Mathäus so durch das Fenster gezwängt, dass der Festerstock zu zerbrechen drohte.

Lies, Gfrieß schaug aussi auf'd Wies,
schaug aussi ob s'Keiwè bauchweeig is.

Übersetzung: Elisabeth mit deiner Visage, schau hinaus auf die Wiese, schau hinaus ob das Kalb Bauchschmerzen hat.

Érgl, Érgl, treib die Goaß auf Wérgl
môg as nit vakaffn,
låsst as wieda laffn,
Érgl wiavui kost a Kilo Gwirx?

Übersetzung: Georg, Georg, treib die Ziege nach Wörgl, will er sie nicht verkaufen, lässt er sie wieder laufen. Georg wieviel kostet ein Kilogramm Murks?

Håns hoaßt a jeda Schwånz,
Sepp hoaßt a jeda Depp,
åwa Peda hoaßt nit a jeda.

Übersetzung: Hans heißt jeder Schwanz, Josef heißt jeder Idiot und Peter heißt nicht jeder.

Heìt is‘ schéé Weda,
da Kiahbua hoaßt Peda
und d‘ Sénnin hoaßt Reìdl,
die Gloggnkuah Weìdl.
Übersetzung: Heute ist das Wetter schön, der Hüterbub heißt Peter, die Sennerin heißt Reidl und die Leitkuh heißt Weidl.

Ånnamial ziach bein Schnial.
Übersetzung: Annemarie zieh an der Schnur.


Christl und Ahndl
håmb a da Mitt a Manndl

Übersetzung: Christine und Anna haben in der Mitte einen Mann. Erklärung: zwischen dem Feiertag der Hl. Christine (24. 7.) und der Hl. Anna (26. 7.) ist der Hl. Jakobus (25. 7.) oder auch: Christl und Andl håmb Jôggl a da Mitt.

Katt hôt an Ôsch a Blatt,
hôt an Kopf an Stean,
und môg dè Buam so gean.

Übersetzung: Katharina hat am Hintern ein Blatt, hat auf dem Kopf einen Stern und mag die Buben gern.

Etwas deftigere Sprüche

Michei Machei
brunzt as Kachei.
S'Kachei rinnt,
Michei schwimmb.

Übersetzung: Michael uriniert in den Nachttopf, der Nachttopf rinnt und Michael schwimmt. In einer anderen Version endet der Reim mit: "...Michei schpinnt", also Michael wird zornig.

Peda frisst Huttn, scheißt Leda.
Übersetzung: Peter frisst Stofffetzen und scheißt Leder.

Da Peda hôt d’Scheiss,
bôid die greà, bôid die weiss,
i gib eahm nix eì,
môg er scheissn wéng meì.
Übersetzung: Peter hat Durchfall, mal grün mal weiß, ich gebe ihm keine Medizin, soll er meinetwegen weiter sch...

 

 

 

 

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

Die Merkmale des Sainihånserischen

Reime

Und s' Dianei hôts gneisst,
dass meì Spiitzbaschtl beisst.
Und so lång hôt's scho tu,
bis i's ôbaschtl hu.

Übersetzung: Und das Mädchen hat bemerkt, dass mein Kinnbart juckt bzw. kitzelt, und so lang hat sie schon herum getan, bis ich sie endlich geküsst habe.

Hinta da Hoiastaud ziwitzt a Grui,
hôt a bissl vicha gschaut, åwa nit vui.

Übersetzung: Hinter dem Holunderstrauch zirpt eine Grille, hat ein bisschen heraus geschaut, aber nicht viel.

Da Pfårra hôts prédigg und da Koprata hôts gschriem,
mit die Dinna is guat tånzn, und bei de Dickan is nett liegn.

Übersetzung: Der Pfarrer hat's gepredigt und der Kooperator hat es geschrieben: mit den schlanken Frauen kann man gut tanzen und bei den Dicken kann man gut liegen.

Wo die Daumniidei schewan,wénn ma viigehnd bei énk,
a dè Knéél inn Toifèfleisch und déssn vui z’wénk.

Übersetzung: Wo die "Daumniedei" scheppern, wenn man bei euch vorbei geht, in euren Knödeln ist Teufelfleisch und davon noch viel zu wenig. Erklärung: das sagten die Dienstboten über geizige Bauern, die das Essen sehr knapp hielten. Die aus Kartoffelteig gemachten "Daumniedei" sind also zu trocken bzw. ohne Butter, und in den Knödeln ist nur ganz wenig minderwertiges Fleisch.

Neckreime über Vornamen

Anei, Pfanei, Schisseiboon,
wôs Anei sôgg, is ôiss dalogn.
Übersetzung: Anne, Pfanne, Schüsselboden, was Anne sagt, ist alles gelogen.

Anei midn Pfanei, kéhr s' Hénaloch aus,
bôidst és nit sauwa måchst, jôg i Di aus!
Übersetzung: Anna mit der Pfanne, kehre den Eingang zum Hühnerstall aus, wenn Du es nicht sauber machst, jage ich Dich aus.

Thresei midn Besei késcht ‘s Hénnaloch aus. Kéhschts hi, kéhschts hea und késchts decht nit sauwa aus.
Übersetzung: Theresia mit dem Besen kehrt den Eingang zum Hühnerstall aus, kehrt hin und kehrt her und kehrt ihn doch nicht sauber aus.

Vroni, Lemoni, Pammarantschn-Guggù,
a Pfeiffei Tawagg is ma liawa wia du!
Übersetzung: Veronika, Zitrone, Apfelsinen-Kuckuck, eine Pfeife mit Tabak ist mir lieber als du.

Peda-Pedabôscht,
hôst meinè Kiah nit gwôscht?
Oanè hoaßt Riggei, oanè Raggei
und oanè hôt bein Ôsch a Haggei.
Übersetzung: Peter, Peter-Bart, hast du meine Kühe nicht bemerkt? Eine heißt Riggei, eine Raggei und eine hat ein aufstehendes Hinterteil.

Haisei, hô, hô, låß ma r' an Fénstastock dô.
Du kust’n nit brauchn und mia geht a r' ô.

Übersetzung: Ach Mathäus, lass mir Doch meinen Fensterstock, du kanst ihn ohnehin nicht brauchen und ich würde ihn vermissen. Erklärung: beim Fensterln hat sich einmal ein wohlbeleibter Mann namens Mathäus so durch das Fenster gezwängt, dass der Festerstock zu zerbrechen drohte.

Lies, Gfrieß schaug aussi auf'd Wies,
schaug aussi ob s'Keiwè bauchweeig is.

Übersetzung: Elisabeth mit deiner Visage, schau hinaus auf die Wiese, schau hinaus ob das Kalb Bauchschmerzen hat.

Érgl, Érgl, treib die Goaß auf Wérgl
môg as nit vakaffn,
låsst as wieda laffn,
Érgl wiavui kost a Kilo Gwirx?

Übersetzung: Georg, Georg, treib die Ziege nach Wörgl, will er sie nicht verkaufen, lässt er sie wieder laufen. Georg wieviel kostet ein Kilogramm Murks?

Håns hoaßt a jeda Schwånz,
Sepp hoaßt a jeda Depp,
åwa Peda hoaßt nit a jeda.

Übersetzung: Hans heißt jeder Schwanz, Josef heißt jeder Idiot und Peter heißt nicht jeder.

Heìt is‘ schéé Weda,
da Kiahbua hoaßt Peda
und d‘ Sénnin hoaßt Reìdl,
die Gloggnkuah Weìdl.
Übersetzung: Heute ist das Wetter schön, der Hüterbub heißt Peter, die Sennerin heißt Reidl und die Leitkuh heißt Weidl.

Ånnamial ziach bein Schnial.
Übersetzung: Annemarie zieh an der Schnur.


Christl und Ahndl
håmb a da Mitt a Manndl

Übersetzung: Christine und Anna haben in der Mitte einen Mann. Erklärung: zwischen dem Feiertag der Hl. Christine (24. 7.) und der Hl. Anna (26. 7.) ist der Hl. Jakobus (25. 7.) oder auch: Christl und Andl håmb Jôggl a da Mitt.

Katt hôt an Ôsch a Blatt,
hôt an Kopf an Stean,
und môg dè Buam so gean.

Übersetzung: Katharina hat am Hintern ein Blatt, hat auf dem Kopf einen Stern und mag die Buben gern.

Etwas deftigere Sprüche

Michei Machei
brunzt as Kachei.
S'Kachei rinnt,
Michei schwimmb.

Übersetzung: Michael uriniert in den Nachttopf, der Nachttopf rinnt und Michael schwimmt. In einer anderen Version endet der Reim mit: "...Michei schpinnt", also Michael wird zornig.

Peda frisst Huttn, scheißt Leda.
Übersetzung: Peter frisst Stofffetzen und scheißt Leder.

Da Peda hôt d’Scheiss,
bôid die greà, bôid die weiss,
i gib eahm nix eì,
môg er scheissn wéng meì.
Übersetzung: Peter hat Durchfall, mal grün mal weiß, ich gebe ihm keine Medizin, soll er meinetwegen weiter sch...

 

 

 

 


Die Merkmale des Sainihånserischen

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).