Griaß énk auf da Sainihånsa Mundårt-Seit!

Die vorliegende Sammlung von Mundartausdrücken aus St. Johann in Tirol bzw. dem Leukental wurde von einer Arbeitsgruppe des Museums- und Kulturvereins St. Johann in Tirol zusammen getragen. Bereits seit 1997 treffen sich die Sainihånser Dialektforscher einmal im Monat und sammeln Mundartausdrücke, Sprüche und Redensarten, um dadurch beizutragen, den Sainihånser Dialekt zu bewahren.


Diese Seite wird ständig erweitert, und so werden in den nächsten Monaten auch alle Worte im Lexikon mit einem Hörbeispiel versehen.

Ôiso schauggs wieda r'amôi eìcha auf insa Seit. Mia gfreind ins, bôids dô a wénk ummanåndastiin toats!

 

In das Mundart-Lexikon aufgenommen wurden einerseits Wörter, die nur in Sainihåns und der näheren Umgebung vorkommen (z. B.: Bitschei, gschtiascht), weiters Wörter, die im Sainihånserischen eine andere Bedeutung als im Hochdeutschen haben können (z. B.: aufkéma). Den größten Teil der Liste bilden allerdings allgemeindeutsche Wörter, die auf spezifisch Sainihånserische Weise gesprochen werden (z. B.: Kufa, Môda). Nicht aufgenommen sind hingegen Wörter, die im Sainihånserischen und im Allgemeindeutschen gleich bzw. fast gleich ausgesprochen werden. (z.B.: Schneider, Stier).

In der rechten Spalte werden unsere Sonderzeichen der Sainihånser Mundartschreibung mit Text und Ton erklärt. Die genauere Erklärung der Laute ist das Kernstück dieser Sammlung. Sie zeigt die typischen Merkmale des Sainihånserischen sowie die Besonderheiten der Aussprache im Vergleich zum Allgemeindeutschen auf.

Achtung: Wenn man ein Wort nicht gleich findet, heißt es: verschiedene Varianten ausprobieren! Da es im Sainihånserischen eigentlich kein hartes "p" und kein hartes "t" gibt, können Worte, die man unter "p" oder "t" sucht, auch unter "b" oder "d" zu finden sein und umgekehrt. Also einfach mehrere Schreibvarianten ausprobieren. Viel besser ist oft, wenn man im Suchfeld die hochdeutsche Bezeichnung eingibt, dann erscheinen nämlich alle Mundartworte, die mit diesem Begriff in Verbindung stehen.

Natürlich gibt es in verschiedenen St. Johanner Familien bei manchen Worten auch verschiedene Aussprachen (Beispiel: schedagweàggat oder tscheadaweàggat). Diese sprachliche Vielfalt haben wir nach Möglichkeit berücksichtigt, wobei wir nicht alle Nuancen individueller Ausdrucksformen aufnehmen konnten. Mundart ist nicht nach genauen Regeln definierbar und ändert sich laufend. Jede Generation hat ihre eigenen Ausdrucksformen und Eigenheiten, daher wollen wir nicht Reglementieren sondern im Sinne des kulturellen Auftrages unseres Museums sammeln, erforschen und bewahren.

Wir freuen uns über Rückmeldungen und Anregungen: info@museum1.at

 

 

Warum machen wir diese Arbeit?

Als im Jahr 1997 vom Vorstand des Museums- und Kulturvereins beschlossen wurde, auf Grund der zunehmenden Verwässerung der St. Johanner Mundart, eine Dokumentation zu erstellen, wurde die Gruppe Mundart gegründet, der eine ganz klar umrissene Aufgabenstellung gegeben wurde - nämlich: Sammeln, Erforschen und Bewahren der Mundart, wie sie in St. Johann in Tirol gesprochen wird bzw. wurde. Es geht dabei gar nicht so sehr darum, Einflüsse zurück zu drängen, die sich im gesamten deutschen Sprachraum breit machen (Anglizismen und sonstige Modeworte), sondern vielmehr darum, der Einebnung des typisch Sainihånserischen in ein „Allgemein-Unterlandlerisch“ oder gar „Allgemein-Tirolerisch“ entgegenzuwirken.

Die Vermischung des Sainihånserischen mit den umgebenden Mundartformen bzw. eine Verallgemeinerung der verschiedenen Tiroler Dialekte zu einem "Einheitsbrei" breitet sich rapide aus. Beispiele dafür wären: „I hôb“ hat inzwischen schon das „i hù“ verdrängt. „Mia sénd “ wird zunehmend durch „mia san“ verdrängt, anstatt „eichè“ sagen viele St. Johanner inzwischen schon „eini“, oder "fertig" anstatt "féschtig", und immer öfter hört man schon "vü" anstatt "vui"…

Diese Liste ließe sich ins Uferlose fortsetzen. Deshalb dokumentieren wir hier die Sprachkultur, wie sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zum Teil auch früher in St. Johann in Tirol üblich war und teilweise auch heute noch ist. Mundart ist ständig im Wandel begriffen, daher haben wir diese Bestandsaufnahme erstellt und sind dabei nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten vorgegangen.

Da die Worte im gesamten mittelabirischen Sprachraum zum Großteil dieselben sind und bereits zahlreiche derartige Mundartsammlungen und Lexika bestehen, die sich meist nur in der Schreibweise (also Aussprache) der Worte unterscheiden, geht es uns vorrangig um die korrekte Aussprache, wie sie in St. Johann üblich war bzw. ist. Somit ist das Kernstück dieser Homepage auch der „link zur genaueren Erklärung der Laute“ in der rechten Spalte, wo die Eigenheiten des Sainihånserischen erklärt sind.

Im Laufe unserer langjährigen Tätigkeit sind uns die Eigenheiten in der Aussprache und die Unterscheide zu anderen Gegenden unseres Bezirks immer mehr aufgefallen: Es wurde in der Gruppe auch manchmal über die richtige Aussprache eines Wortes gestritten, bevor wir es wirklich als Sainihånser Wort aufgenommen haben. Jedenfalls ist beeindruckend, dass die lokalen „Sprachgrenzen“ teils sehr nahe an St. Johann heran reichen: in Schwendt ist die Aussprache schon etwas anders, und in Kössen sind die Unterschiede schon sehr auffällig. Auch in Fieberbrunn und im gesamten Gebiet der ehemaligen Hofmark Pillersee inklusive Waidring unterscheidet sich die Mundart in leichten Nuancen zu unserer Aussprache, und das Brixental weist ohnehin krasse Unterschiede auf, genauso wie das Sölllandl...

Jedenfalls forschen wir weiter, um dadurch einen Beitrag zur Dokumentation unserer überlieferten Mundart zu leisten.

Neuigkeiten


Ing. Sepp Wörgötter, Jahrgang 1922, ist Ehrenmitglied des Musems- und Kulturvereins und ein besonders aktiver Mitarbeiter in der Mundart-Runde. Sein bewegtes Leben ist als Buch unter dem Titel "Sommerfrei" nun schon in der zweiten Auflage erschienen.

Er beschreibt darin die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt in der Zwischenkriegszeit.

Bestellungen sind unter info@museum1.at möglich. Preis: € 25,-- (zuzüglich Versandkosten)

Link zur genaueren Erklärung der Laute

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

Griaß énk auf da Sainihånsa Mundårt-Seit!

Die vorliegende Sammlung von Mundartausdrücken aus St. Johann in Tirol bzw. dem Leukental wurde von einer Arbeitsgruppe des Museums- und Kulturvereins St. Johann in Tirol zusammen getragen. Bereits seit 1997 treffen sich die Sainihånser Dialektforscher einmal im Monat und sammeln Mundartausdrücke, Sprüche und Redensarten, um dadurch beizutragen, den Sainihånser Dialekt zu bewahren.


Diese Seite wird ständig erweitert, und so werden in den nächsten Monaten auch alle Worte im Lexikon mit einem Hörbeispiel versehen.

Ôiso schauggs wieda r'amôi eìcha auf insa Seit. Mia gfreind ins, bôids dô a wénk ummanåndastiin toats!

 

In das Mundart-Lexikon aufgenommen wurden einerseits Wörter, die nur in Sainihåns und der näheren Umgebung vorkommen (z. B.: Bitschei, gschtiascht), weiters Wörter, die im Sainihånserischen eine andere Bedeutung als im Hochdeutschen haben können (z. B.: aufkéma). Den größten Teil der Liste bilden allerdings allgemeindeutsche Wörter, die auf spezifisch Sainihånserische Weise gesprochen werden (z. B.: Kufa, Môda). Nicht aufgenommen sind hingegen Wörter, die im Sainihånserischen und im Allgemeindeutschen gleich bzw. fast gleich ausgesprochen werden. (z.B.: Schneider, Stier).

In der rechten Spalte werden unsere Sonderzeichen der Sainihånser Mundartschreibung mit Text und Ton erklärt. Die genauere Erklärung der Laute ist das Kernstück dieser Sammlung. Sie zeigt die typischen Merkmale des Sainihånserischen sowie die Besonderheiten der Aussprache im Vergleich zum Allgemeindeutschen auf.

Achtung: Wenn man ein Wort nicht gleich findet, heißt es: verschiedene Varianten ausprobieren! Da es im Sainihånserischen eigentlich kein hartes "p" und kein hartes "t" gibt, können Worte, die man unter "p" oder "t" sucht, auch unter "b" oder "d" zu finden sein und umgekehrt. Also einfach mehrere Schreibvarianten ausprobieren. Viel besser ist oft, wenn man im Suchfeld die hochdeutsche Bezeichnung eingibt, dann erscheinen nämlich alle Mundartworte, die mit diesem Begriff in Verbindung stehen.

Natürlich gibt es in verschiedenen St. Johanner Familien bei manchen Worten auch verschiedene Aussprachen (Beispiel: schedagweàggat oder tscheadaweàggat). Diese sprachliche Vielfalt haben wir nach Möglichkeit berücksichtigt, wobei wir nicht alle Nuancen individueller Ausdrucksformen aufnehmen konnten. Mundart ist nicht nach genauen Regeln definierbar und ändert sich laufend. Jede Generation hat ihre eigenen Ausdrucksformen und Eigenheiten, daher wollen wir nicht Reglementieren sondern im Sinne des kulturellen Auftrages unseres Museums sammeln, erforschen und bewahren.

Wir freuen uns über Rückmeldungen und Anregungen: info@museum1.at

 

 

Warum machen wir diese Arbeit?

Als im Jahr 1997 vom Vorstand des Museums- und Kulturvereins beschlossen wurde, auf Grund der zunehmenden Verwässerung der St. Johanner Mundart, eine Dokumentation zu erstellen, wurde die Gruppe Mundart gegründet, der eine ganz klar umrissene Aufgabenstellung gegeben wurde - nämlich: Sammeln, Erforschen und Bewahren der Mundart, wie sie in St. Johann in Tirol gesprochen wird bzw. wurde. Es geht dabei gar nicht so sehr darum, Einflüsse zurück zu drängen, die sich im gesamten deutschen Sprachraum breit machen (Anglizismen und sonstige Modeworte), sondern vielmehr darum, der Einebnung des typisch Sainihånserischen in ein „Allgemein-Unterlandlerisch“ oder gar „Allgemein-Tirolerisch“ entgegenzuwirken.

Die Vermischung des Sainihånserischen mit den umgebenden Mundartformen bzw. eine Verallgemeinerung der verschiedenen Tiroler Dialekte zu einem "Einheitsbrei" breitet sich rapide aus. Beispiele dafür wären: „I hôb“ hat inzwischen schon das „i hù“ verdrängt. „Mia sénd “ wird zunehmend durch „mia san“ verdrängt, anstatt „eichè“ sagen viele St. Johanner inzwischen schon „eini“, oder "fertig" anstatt "féschtig", und immer öfter hört man schon "vü" anstatt "vui"…

Diese Liste ließe sich ins Uferlose fortsetzen. Deshalb dokumentieren wir hier die Sprachkultur, wie sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zum Teil auch früher in St. Johann in Tirol üblich war und teilweise auch heute noch ist. Mundart ist ständig im Wandel begriffen, daher haben wir diese Bestandsaufnahme erstellt und sind dabei nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten vorgegangen.

Da die Worte im gesamten mittelabirischen Sprachraum zum Großteil dieselben sind und bereits zahlreiche derartige Mundartsammlungen und Lexika bestehen, die sich meist nur in der Schreibweise (also Aussprache) der Worte unterscheiden, geht es uns vorrangig um die korrekte Aussprache, wie sie in St. Johann üblich war bzw. ist. Somit ist das Kernstück dieser Homepage auch der „link zur genaueren Erklärung der Laute“ in der rechten Spalte, wo die Eigenheiten des Sainihånserischen erklärt sind.

Im Laufe unserer langjährigen Tätigkeit sind uns die Eigenheiten in der Aussprache und die Unterscheide zu anderen Gegenden unseres Bezirks immer mehr aufgefallen: Es wurde in der Gruppe auch manchmal über die richtige Aussprache eines Wortes gestritten, bevor wir es wirklich als Sainihånser Wort aufgenommen haben. Jedenfalls ist beeindruckend, dass die lokalen „Sprachgrenzen“ teils sehr nahe an St. Johann heran reichen: in Schwendt ist die Aussprache schon etwas anders, und in Kössen sind die Unterschiede schon sehr auffällig. Auch in Fieberbrunn und im gesamten Gebiet der ehemaligen Hofmark Pillersee inklusive Waidring unterscheidet sich die Mundart in leichten Nuancen zu unserer Aussprache, und das Brixental weist ohnehin krasse Unterschiede auf, genauso wie das Sölllandl...

Jedenfalls forschen wir weiter, um dadurch einen Beitrag zur Dokumentation unserer überlieferten Mundart zu leisten.

Neuigkeiten


Ing. Sepp Wörgötter, Jahrgang 1922, ist Ehrenmitglied des Musems- und Kulturvereins und ein besonders aktiver Mitarbeiter in der Mundart-Runde. Sein bewegtes Leben ist als Buch unter dem Titel "Sommerfrei" nun schon in der zweiten Auflage erschienen.

Er beschreibt darin die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt in der Zwischenkriegszeit.

Bestellungen sind unter info@museum1.at möglich. Preis: € 25,-- (zuzüglich Versandkosten)

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

Link zur genaueren Erklärung der Laute

Griaß énk auf da Sainihånsa Mundårt-Seit!

Die vorliegende Sammlung von Mundartausdrücken aus St. Johann in Tirol bzw. dem Leukental wurde von einer Arbeitsgruppe des Museums- und Kulturvereins St. Johann in Tirol zusammen getragen. Bereits seit 1997 treffen sich die Sainihånser Dialektforscher einmal im Monat und sammeln Mundartausdrücke, Sprüche und Redensarten, um dadurch beizutragen, den Sainihånser Dialekt zu bewahren.


Diese Seite wird ständig erweitert, und so werden in den nächsten Monaten auch alle Worte im Lexikon mit einem Hörbeispiel versehen.

Ôiso schauggs wieda r'amôi eìcha auf insa Seit. Mia gfreind ins, bôids dô a wénk ummanåndastiin toats!

 

In das Mundart-Lexikon aufgenommen wurden einerseits Wörter, die nur in Sainihåns und der näheren Umgebung vorkommen (z. B.: Bitschei, gschtiascht), weiters Wörter, die im Sainihånserischen eine andere Bedeutung als im Hochdeutschen haben können (z. B.: aufkéma). Den größten Teil der Liste bilden allerdings allgemeindeutsche Wörter, die auf spezifisch Sainihånserische Weise gesprochen werden (z. B.: Kufa, Môda). Nicht aufgenommen sind hingegen Wörter, die im Sainihånserischen und im Allgemeindeutschen gleich bzw. fast gleich ausgesprochen werden. (z.B.: Schneider, Stier).

In der rechten Spalte werden unsere Sonderzeichen der Sainihånser Mundartschreibung mit Text und Ton erklärt. Die genauere Erklärung der Laute ist das Kernstück dieser Sammlung. Sie zeigt die typischen Merkmale des Sainihånserischen sowie die Besonderheiten der Aussprache im Vergleich zum Allgemeindeutschen auf.

Achtung: Wenn man ein Wort nicht gleich findet, heißt es: verschiedene Varianten ausprobieren! Da es im Sainihånserischen eigentlich kein hartes "p" und kein hartes "t" gibt, können Worte, die man unter "p" oder "t" sucht, auch unter "b" oder "d" zu finden sein und umgekehrt. Also einfach mehrere Schreibvarianten ausprobieren. Viel besser ist oft, wenn man im Suchfeld die hochdeutsche Bezeichnung eingibt, dann erscheinen nämlich alle Mundartworte, die mit diesem Begriff in Verbindung stehen.

Natürlich gibt es in verschiedenen St. Johanner Familien bei manchen Worten auch verschiedene Aussprachen (Beispiel: schedagweàggat oder tscheadaweàggat). Diese sprachliche Vielfalt haben wir nach Möglichkeit berücksichtigt, wobei wir nicht alle Nuancen individueller Ausdrucksformen aufnehmen konnten. Mundart ist nicht nach genauen Regeln definierbar und ändert sich laufend. Jede Generation hat ihre eigenen Ausdrucksformen und Eigenheiten, daher wollen wir nicht Reglementieren sondern im Sinne des kulturellen Auftrages unseres Museums sammeln, erforschen und bewahren.

Wir freuen uns über Rückmeldungen und Anregungen: info@museum1.at

 

 

Warum machen wir diese Arbeit?

Als im Jahr 1997 vom Vorstand des Museums- und Kulturvereins beschlossen wurde, auf Grund der zunehmenden Verwässerung der St. Johanner Mundart, eine Dokumentation zu erstellen, wurde die Gruppe Mundart gegründet, der eine ganz klar umrissene Aufgabenstellung gegeben wurde - nämlich: Sammeln, Erforschen und Bewahren der Mundart, wie sie in St. Johann in Tirol gesprochen wird bzw. wurde. Es geht dabei gar nicht so sehr darum, Einflüsse zurück zu drängen, die sich im gesamten deutschen Sprachraum breit machen (Anglizismen und sonstige Modeworte), sondern vielmehr darum, der Einebnung des typisch Sainihånserischen in ein „Allgemein-Unterlandlerisch“ oder gar „Allgemein-Tirolerisch“ entgegenzuwirken.

Die Vermischung des Sainihånserischen mit den umgebenden Mundartformen bzw. eine Verallgemeinerung der verschiedenen Tiroler Dialekte zu einem "Einheitsbrei" breitet sich rapide aus. Beispiele dafür wären: „I hôb“ hat inzwischen schon das „i hù“ verdrängt. „Mia sénd “ wird zunehmend durch „mia san“ verdrängt, anstatt „eichè“ sagen viele St. Johanner inzwischen schon „eini“, oder "fertig" anstatt "féschtig", und immer öfter hört man schon "vü" anstatt "vui"…

Diese Liste ließe sich ins Uferlose fortsetzen. Deshalb dokumentieren wir hier die Sprachkultur, wie sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zum Teil auch früher in St. Johann in Tirol üblich war und teilweise auch heute noch ist. Mundart ist ständig im Wandel begriffen, daher haben wir diese Bestandsaufnahme erstellt und sind dabei nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten vorgegangen.

Da die Worte im gesamten mittelabirischen Sprachraum zum Großteil dieselben sind und bereits zahlreiche derartige Mundartsammlungen und Lexika bestehen, die sich meist nur in der Schreibweise (also Aussprache) der Worte unterscheiden, geht es uns vorrangig um die korrekte Aussprache, wie sie in St. Johann üblich war bzw. ist. Somit ist das Kernstück dieser Homepage auch der „link zur genaueren Erklärung der Laute“ in der rechten Spalte, wo die Eigenheiten des Sainihånserischen erklärt sind.

Im Laufe unserer langjährigen Tätigkeit sind uns die Eigenheiten in der Aussprache und die Unterscheide zu anderen Gegenden unseres Bezirks immer mehr aufgefallen: Es wurde in der Gruppe auch manchmal über die richtige Aussprache eines Wortes gestritten, bevor wir es wirklich als Sainihånser Wort aufgenommen haben. Jedenfalls ist beeindruckend, dass die lokalen „Sprachgrenzen“ teils sehr nahe an St. Johann heran reichen: in Schwendt ist die Aussprache schon etwas anders, und in Kössen sind die Unterschiede schon sehr auffällig. Auch in Fieberbrunn und im gesamten Gebiet der ehemaligen Hofmark Pillersee inklusive Waidring unterscheidet sich die Mundart in leichten Nuancen zu unserer Aussprache, und das Brixental weist ohnehin krasse Unterschiede auf, genauso wie das Sölllandl...

Jedenfalls forschen wir weiter, um dadurch einen Beitrag zur Dokumentation unserer überlieferten Mundart zu leisten.

Neuigkeiten


Ing. Sepp Wörgötter, Jahrgang 1922, ist Ehrenmitglied des Musems- und Kulturvereins und ein besonders aktiver Mitarbeiter in der Mundart-Runde. Sein bewegtes Leben ist als Buch unter dem Titel "Sommerfrei" nun schon in der zweiten Auflage erschienen.

Er beschreibt darin die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt in der Zwischenkriegszeit.

Bestellungen sind unter info@museum1.at möglich. Preis: € 25,-- (zuzüglich Versandkosten)


Link zur genaueren Erklärung der Laute

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).